Andenbeere

Physalis peruviana

Die Andenbeere, auch Kapstachelbeere genannt, kommt wildwachsend in ganz Südamerika vor, woher sie ursprünglich auch stammt. Kulturformen der Andenbeere entstanden aber in Südafrika, deshalb auch der Name Kapstachelbeere (woher der Namensbestandteil "Stachel" rührt, ist uns schleierhaft - an der ganzen Pflanze ist nicht der geringste Stachel zu finden). Der bei uns auch gebräuchliche Name Physalis ist genau genommen nicht korrekt: Physalis ist der Gattungsname und verweist auf unterschiedliche Arten wie Physalis ixocarpa (Tomatillo), Physalis pruinosa (Ananaskirsche) oder Physalis alkengii (Judaskirsche).

Die Samen werden ab Februar im Haus ausgesät. In ihren Ursprungsländern ist die Andenbeere mehrjährg, als frostempfindliche Pflanze wird sie aber bei uns meist einjährig kultiviert und darf deshalb auch erst nach den letzten Frösten ins Freie gesetzt werden. Sie benötigt recht viel Platz: 50-80cm Abstand zueinander sollte man den Pflanzen einräumen. Um den doch recht grosszügigen freien Platz gut auszunützen, kann man anderes Gemüse mit kürzeren Kulturzeiten dazwischenpflanzen. Bei uns hat sich bewährt, die Andenbeeren in die Mitte des Beetes zwischen zwei Reihen Buschbohnen zu setzen. Wenn dann die Andenbeeren so richtig viel Platz brauchen, sind die Bohnen bereits abgeerntet. Diese Mischkultur hat den weiteren Vorteil, dass die Andenbeeren von den stickstoffsammelnden Bohnen profitieren können und die abgeschnittenen Bohnenstauden nach der Ernte der Bohnen auf dem Beet als Mulch liegenbleiben können.

Die Andenbeere besetzt das Gartenbeet das ganze Gartenjahr über. Sie braucht lange bis zur Reife der Früchte, und oft ist ihr unser mitteleuropäischer Sommer zu wenig lang. Im Herbst sind die Pflanzen immer noch übersät von grünen Lampions, und es tut einem richtig leid zu sehen, dass alle dem Frost anheimfallen. Andenbeeren reifen im Gegensatz zu den Tomaten nicht nach, sie können also nicht grün geerntet werden und im Haus nachreifen. Die bei Vollreife dunkelgelben bis orangen Früchte, die die Grösse einer grossen Kirsche haben und von einem erst grünen, bei Reife trockenen hellbraunen Lampion umhüllt sind, sind dafür sehr pektinhaltig und können lange aufbewahrt werden.

Der Geschmack der Physalis ist einfach herrlich. Anscheinend kann man auch leckere Konfitüren und andere Köstlichkeiten aus ihr bereiten, aber bei uns wandern die goldgelben Früchte meist schon im Garten in den Mund und schaffen den Weg in die Küche nur äusserst selten.