Roter Tessinermais

Zea mays

Im Zeitalter von Hybrid- und Gentechmais ist eine ursprüngliche, samenfeste Sorte eine Wohltat für Garten und Gemüt. Der Rote Tessinermais erfreut mit seiner charakteristischen Farbe daneben auch noch das Auge. Obwohl Mais ursprünglich aus Zentralamerika stammt, hat er in Europa schon eine lange Tradition. In Spanien wurde er Anfangs des 16. Jahrhunderts bereits auf grossen Flächen angebaut. Nach Mitteleuropa gelangte der Mais dann aber über einen Umweg über den vorderen Orient, weshalb er bei uns lange "Türken" genannt wurde.

Der Rote Tessinermais wird im Mai direkt aufs Gartenbeet gesät (das Vorziehen von Mais in Töpfchen auf der Fensterbank lohnt sich nicht, da meiner Erfahrung nach dadurch keine frühere Reifung erzielt werden kann), und zwar im Abstand von 30-35 cm zwischen den Pflanzen. Grosszügige Kompostgaben und die Nachdüngung mit Brennesseljauche lohnen sich. Wer Mistkompost hat, sollte unbedingt auch das Maisbeet damit beglücken.

Der Rote Tessinermais ist ein Polentamais. Man lässt die Körner deshalb an der Pflanze ausreifen und erntet anders als beim Zuckermais erst im Spätherbst. Die Kolben lässt man dann an einem geschützten Ort nachtrocknen, bevor man die Körner abrebelt. Nach der Reinigung lassen sich die Körner zu grobem (Polenta) oder feinem Mehl (z. B. für Tortillas) mahlen (vorsicht: nicht jede Getreidemühle mahlt Mais!). Das Mehl ist gelb: die Rote Farbe befindet sich nur auf der äussersten Schicht der Maiskörner.

Die Nachzucht von eigenem Saatgut bei Mais ist nicht ganz einfach (mehr dazu unter dem Beitrag "Zuckermais Golden Bantam"), deshalb verzichten wir in unserem Garten darauf.